{"id":242,"date":"2010-03-30T10:50:00","date_gmt":"2010-03-30T16:50:00","guid":{"rendered":"http:\/\/mircomachine.tumblr.com\/post\/484512289"},"modified":"2010-03-30T10:50:00","modified_gmt":"2010-03-30T16:50:00","slug":"484512289","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.gerhardhofer.at\/?p=242","title":{"rendered":"&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230;wir m\u00fcssen uns mit diesem Alleinsein anfreunden. Selbst in einer Zweierbeziehung, selbst dann, wenn ihr euch liebt, bist und bleibst du allein. Es ist neben der Sexualit\u00e4t (k\u00f6rperlicher Kontakt), jener biologischen Programmierung, die Faszination an der Liebe, es ist vor allem der seelische Kontakt, der uns glauben macht, in diesem Augenblick das Alleinsein \u00fcberwunden zu haben.<\/p>\n<p>Die k\u00f6rperliche Vereinigung f\u00fchrt zum Orgasmus, der uns das Gef\u00fchl gibt, in der sexuellen Vereinigung f\u00fcr kurze Zeit miteinander zu verschmelzen. Jene k\u00f6rperliche und seelische Anziehung ist einerseits etwas sehr Begl\u00fcckendes, aber wir stellen auch fest, dass es sich nur um eine Ann\u00e4herung handelt und wir letztendlich alleine zur\u00fcckbleiben.<\/p>\n<p>Wenn die Anziehung nicht nur k\u00f6rperlich war, sondern auch seelisch, dann besteht \u00fcber die k\u00f6rperliche Vereinigung hinaus Zuneigung. Dieses Wort bringt den seelischen Vorgang sehr treffend zum Ausdruck: Zuneigung bedeutet, man neigt sich dem anderen z\u00e4rtlich zu, man ist ihm zugeneigt, mit anderen Worten wohlgesonnen. Zuneigung und Wohlgesonnenheit bringen deutlich zum Ausdruck, dass der andere allein bleibt: Der Partner neigt sich ihm in Wohlgesonnenheit lediglich zu. Das alles hei\u00dft: Jeder ist allein, und jeder kann sich dem anderen nur zuwenden in Zuneigung.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns unserem Alleinsein stellen, uns damit vertraut machen &#8211; und es akzeptieren. Erst danach k\u00f6nnen wir uns \u00fcber die Liebe erneut Gedanken machen. Die Liebe wird niemals das Alleinsein aufheben, es auch nicht \u00fcberwinden helfen. Das Wesen der Liebe wird erst erfasst, wenn wir uns mit dem Alleinsein v\u00f6llig vertraut gemacht haben, denn die Liebe agiert aus dem Alleinsein und wendet sich einem anderen Alleinsein zu. Die Liebe wird erst hieraus richtig verstanden. Gerade weil ich allein bin, subjektiv und eigenst\u00e4ndig, erfasse ich die Subjektivit\u00e4t des anderen voll und ganz. Es geht also nicht um ein Werden, nicht um einen Anpassungsproze\u00df, meine Liebe bel\u00e4sst die Andersartigkeit voller Respekt und Achtung. Gerade das ist das Wesen der Liebe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"357\" src=\"http:\/\/www.gerhardhofer.at\/tumblr\/021.jpg\"\/><\/p>\n<p>Die Liebe will also nicht das Alleinsein aufheben, sondern sie genie\u00dft das Alleinsein: Du bist so, und ich bin ganz anders; ich darf so sein, wie ich bin, und du sollst das auch. Ich freue mich, dass du mich so nimmst, wie ich bin in meiner Andersartigkeit; du freust dich, dass ich dich genauso lasse, wie du bist, und voller Achtung und Freude darauf reagiere. Alleinsein und Subjektivit\u00e4t m\u00fcssen geachtet werden. Das ist die Basis, auf der Kommunikation liebend werden kann. Deshalb ist es von gro\u00dfer Bedeutung, dass du dein Alleinsein in dir selbst annimmst, damit du mit dir selbst vers\u00f6hnt leben kannst und bereit wirst daf\u00fcr, dich in deiner Art, in deiner Subjektivit\u00e4t in ehrlicher, offener und wahrhaftiger Weise auszudr\u00fccken. Wenn sich zwei Menschen lieben, dann trauen sie sich, einander das anzuvertrauen, was sie &gt;tief innerlich&lt; wirklich f\u00fchlen und denken. Auf einmal gibt es hinter der Maske ein &gt;tief innerlich&lt;. Es macht uns \u00fcberaus gl\u00fccklich, wenn wir vor einem anderen unsere tiefsten Empfindungen offenbaren k\u00f6nnen. Das zeigt, in welch kranken sozialen Kontakten wir uns bewegen, denn es sollte das Selbstverst\u00e4ndlichste und Nat\u00fcrlichste sein, dass wir mit anderen dar\u00fcber kommunizieren, uns in unserem Alleinsein ehrlich und wahrhaftig offenbaren k\u00f6nnen. Weil das aber in dieser korrupten und kranken Fassadengesellschaft nicht m\u00f6glich ist, k\u00f6nnen wir das nur noch in der Zweierbeziehung zu finden versuchen. Damit wird diese Zweierbeziehung meist \u00fcberfordert, nicht die Liebe.<\/p>\n<p>Wenn wir also einmal die Fassade ablegen und unser Innerstes offenbaren, dann ist das ein f\u00fcr uns so gewaltiger Vorgang, dass wir \u00fcbersteigert in unseren Beziehungserwartungen reagieren.<\/p>\n<p>Du bleibst allein, und dieses Alleinsein ist v\u00f6llig in Ordnung, ist nat\u00fcrlich und gesund &#8211; und du bleibst allein, ohne isoliert, ohne einsam zu sein. Wir haben panische Angst vor Isolation und Einsamkeit. Diese Panik \u00fcberdeckt das wunderbare Faktum des Alleinseins. Es ist ein k\u00f6stlicher Genuss, allein zu sein &#8211; und aus dieser Gl\u00fcckseligkeit der Subjektivit\u00e4t voller Liebe und Aufmerksamkeit die andere Subjektivit\u00e4t (gerade weil sie allein ist) zu genie\u00dfen. Erst beim \u00dcbertreten dieser Schwelle beginnt die Liebe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;wir m\u00fcssen uns mit diesem Alleinsein anfreunden. 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